Hörgeräte für ein fittes Gehirn

Schwerhörigkeit kann Demenz auslösen

Wer im Alter schlecht hört, hat ein vierfach höheres Risiko, an Demenz zu erkranken wie gut hörende Menschen. Auch Altersdepression und Einbußen der kognitiven Fähigkeiten können die Folge von Schwerhörigkeit sein. Doch man kann vorbeugen.

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"Unbehandelte und unversorgte Schwerhörigkeit kann fatale Folgen haben:

Das Gehirn kann sich an den Hörverlust gewöhnen. Deshalb ist es wichtig, möglichst rechtzeitig mit der Hörgeräteversorgung zu beginnen."

Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker, verweist auf eine Sendung des NDR, die kürzlich unbehandelte Schwerhörigkeit als Hauptrisikofaktor für Altersdemenz und Altersdepression herausgestellt hatte.

 

 

Klaus Hager, Chefarzt am Zentrum für Medizin im Alter betont, dass ältere Menschen mit einer starken Schwerhörigkeit ein viermal größeres Risiko haben, an Demenz zu erkranken oder zumindest Einbußen in ihren Kognitiven Fähigkeiten zu erleiden.

"Schlechtes Hören" ist also nicht nur ein Nachteil im täglichen Leben, sondern verursacht schwere Folgekrankheiten.

Die Gründe:

- Schwerhörige Menschen fühlen sich im Kontakt mit anderen verunsichert und ziehen sich unbewusst zurück.

- Das Gehirn bekommt somit immer weniger Eindrücke und baut Nervenverbindungen ab.

 

Hörgeräte können entgegenwirken

Durch das Tragen von Hörgeräten kann man Schwerhörigkeit entgegenwirken. Frickel, selbst Meisterin vom Fach, empfiehlt daher, regelmäßig beim Hörakustiker vor Ort einen Hörtest zu machen, um sicher zu gehen, dass das Gehör funktioniert.

Je schneller mit der Versorgung bei einem Hörverlust begonnen wird, umso einfacher und erfolgreicher wird die Nutzung des Hörsystems. Je länger man dagegen wartet, um so schwieriger wird die Umstellung auf das Gerät.

 

Tatsächlich geht man davon aus, dass rund 15 Millionen Menschen in Deutschland Hörprobleme haben, aber nur 2,5 Millionen tragen ein Hörgerät. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen rasant, stellt der Deutsche Schwerhörigenbund fest und stützt sich in seinen Berechnungen auf eine Untersuchung an der Universität Witten/Herdecke.

 

Unter den 14- bis 19-Jährigen hören noch 99 Prozent gut, bis zum Alter von 29 Jahren sind es noch 98 Prozent, bis 39 Jahren noch 95 Prozent, bis zum Alter von 49 noch 94 Prozent.

Erst jenseits der 50 steigt die Zahl der Hörgeschädigten stark an, auf 25 Prozent bei den unter 60-Jährigen und 37 Prozent bei den unter 70-Jährigen. Jenseits der 70 ist mehr als jeder zweite schwerhörig.

 

 

 

Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung vom 23. Juni 2015

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